VCC News September 2026

Welche Versicherung greift bei Waldbrandschäden?

Rund um den Globus häufen sich verheerende Waldbrände. Auch in Deutschland wächst die Gefahr, wie die jüngsten Evakuierungen in Hürtgenwald und Monschau zeigten. Der Deutsche Wetterdienst zählte bis Anfang August circa 22 Tage mit hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr; im gleichen Zeitraum der Jahre 1991 bis 2020 waren es im Mittel rund zehn Tage. Wenn das eigene Hab und Gut tatsächlich ein Opfer der Flammen wird, stellt sich ganz existenziell die Frage nach dem Versicherungsschutz.

In Deutschland gelten Waldbrandschäden in der Regel als Feuer-, nicht als Naturgefahrenschäden. Das bedeutet, dass Wohnhäuser grundsätzlich über die Wohngebäudeversicherung geschützt sind, auch wenn diese keinen Elementarschadenbaustein enthält. Das Gleiche gilt für den Hausrat, der über eine entsprechende Police auch gegen
Feuerschäden abgesichert ist. Wird ein Auto bei einem Waldbrand zerstört, übernimmt die Teil oder Vollkaskoversicherung – eine reine Haftpflichtpolice reicht hier nicht aus. Für Waldbesitzer gibt es spezielle Waldbrandversicherungen.


Exportwirtschaft schöpft Hoffnung

Nachdem das zweite Quartal der deutschen Exportwirtschaft bereit sein Wachstum von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal beschert hat, macht sich vermehrt Optimismus breit. Das vom ifo Institut erhobene Stimmungsbarometer stieg von minus 2,8 Punkten im Juli auf plus 9,6 im August – der kräftigste Anstieg seit Juni 2020. Zuletzt waren die exportierenden Unternehmen im Februar 2022 derart zuversichtlich, kurz vor Beginn des Ukrainekrieges.

Während das Chinageschäft nach wie vor dümpelt, hat die Nachfrage aus Europa deutlich angezogen. Insbesondere deutsche Elektroausrüster sind im Zuge des Rechenzentren-Baubooms stark gefragt, ebenso die Hersteller von Datenverarbeitungs- und optischen Geräten. Selbst die kriselnden Autokonzerne zeigten sich in der jüngsten Umfrage hoffnungsvoller. Eingetrübt hat sich die Stimmung dagegen bei Metallerzeugern und – bearbeitern sowie in der Papierindustrie. Dennoch zieht ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe ein positives Fazit: „Die Exportwirtschaft nimmt
Fahrt auf.“


Aggression im Straßenverkehr nimmt zu

Das Klima auf den deutschen Straßen wird zusehends rauer, wie die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einer Langzeitstudie festgestellt hat. Erhoben werden dabei 23 Werte für aggressives Verhalten, die sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu alle unerfreulich entwickelt haben. So gaben 2016 noch 29 Prozent an, sich beim Autofahren sofort abreagieren zu müssen, wenn sie sich über andere ärgern. 2023 waren es schon 50 Prozent, aktuell 55. Rechts auf der Autobahn zu überholen, finden mittlerweile 38 Prozent statthaft (2016: 23, 2023:29).

Ebenfalls stark angestiegen ist der Anteil der Autofahrer, die ihr Herannahen auf der Autobahn oft mit Lichthupe oder Blinker ankündigen: von 12 über 21 auf heute 32 Prozent.

„Es ist verantwortungslos, aus Wut oder um schneller ans Ziel zu kommen die Gesundheit oder das Leben anderer aufs Spiel zu setzen“, kommentiert die UDV-Leiterin Kirstin Zeidler die neuen Zahlen. „Dabei sehen die meisten die Probleme bei anderen, nicht bei sich selbst.“ Einen möglichen Grund für die besorgniserregende Entwicklung sieht Zeidler in wachsender Gestresstheit: „Das Leben wird immer hektischer, wir sind quasi permanent erreichbar, der Druck nimmt zu. Das geht auch am Straßenverkehr nicht vorbei, die Zündschnur wird kürzer.“


Offene Immobilienfonds lassen weiter Federn, ETFs boomen

Die Manager offener Immobilienfonds (OIF) haben auch 2026 unverändert mit schmerzhaften Mittelabflüssen zu kämpfen. Im ersten Quartal zogen die Anleger laut BVI Bundesverband Investment und Asset Management unterm Strich 1,8 Milliarden Euro ab, im zweiten 1,5 Milliarden. Damit verschärft sich die Herausforderung, jederzeit genügend Liquidität vorzuhalten.

Auf der Gewinnerseite der BVI-Statistik stehen dagegen Aktien-ETFs. In diese Assetklasse pumpten Investoren hierzulande im ersten Halbjahr fast 34 Milliarden Euro, womit sie auf ein Volumen von 496 Milliarden Euro angewachsen ist. Das entspricht einem Anteil von 45 Prozent am gesamten Aktienfondsvermögen – ist jedoch nicht das ganze Bild, da nicht alle Anbieter und Bestände in den Zahlen erfasst werden. Schätzungen zufolge beläuft sich das in ETFs gehaltene Vermögen deutscher Anleger auf mehr als 800 Milliarden Euro.

Nach BVI-Berechnungen verwalteten die Fondsgesellschaften für Anleger in Deutschland zuletzt rund 5,2 Billionen Euro, 348 Milliarden oder 7 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.


Aus der Nische gewachsen: Tierkrankenversicherungen

Die moderne Tiermedizin leistet oft Erstaunliches, doch sie hat auch ihren Preis. Wer seinem geliebten Haustier die beste Versorgung sichern will, muss nicht selten tief in die Tasche greifen – oder beizeiten eine Tierkrankenversicherung abschließen. Die hat sich von einem Nischen- zu einem Massenprodukt entwickelt: Mehr als 2 Millionen solcher Policen haben die Bundesbürger abgeschlossen; 2019 waren es noch 845.000.


Maßgeblichen Anteil daran dürfte die stark gestiegene Zahl der Katzen- und Hundebesitzer haben. In deutschen Haushalten leben mittlerweile knapp 16 Millionen Katzen und 10 Millionen Hunde. Noch mehr aber haben die Ende 2022 novellierten Tierarztgebühren dieAbsicherungsbereitschaft erhöht, da sie einen Kostenschub nach sich zogen.

Während noch 2020 fast vier von fünf Tierpolicen lediglich Operationskosten abdeckten, geht der Trend hin zum umfassenden Schutz: Der Anteil allgemeiner Tierkrankenversicherungen, die Klassifikation: Geschäftlich – Intern auch die Kosten stationärer und ambulanter Behandlungen übernehmen, ist auf rund 40 Prozent gestiegen. Die Tarife unterscheiden sich allerdings teils erheblich, weshalb individuelle Beratung zu empfehlen ist.


Nachfolger für Riester: 2027 startet das Altersvorsorgedepot

Die Riester-Rente hat die in sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt, ihre Verbreitung ist in den letzten Jahren gesunken. Großen Anteil daran hat die obligatorische 100-prozentige Beitragsgarantie, die kaum eine rentierliche Geldanlage zulässt. Für die ab dem 1. Januar 2027 verfügbare Nachfolgelösung namens Altersvorsorgedepot hat der Gesetzgeber daher mehr Freiheiten vorgesehen: Garantien können zwar in Höhe von 80 oder 100 Prozent vereinbart, aber auch außen vor gelassen werden. Damit ist der Weg für Investments in Aktien oder Anleihen frei, was die Renditechancen wesentlich erhöht. Welche Anlagen konkret zulässig sind, legt eine Positivliste fest – allzu spekulative Assets wie Einzelaktien oder Kryptowährungen werden darauf nicht zu finden sein.

Wie die Riester-Rente wird das Altersvorsorgedepot üppig staatlich gefördert: mit 50 Prozent der Eigenbeiträge bis 360 Euro und 25 Prozent für darüberhinausgehende Eigenbeiträge bis 1.800 Euro. Somit können 540 Euro Grundzulage pro Jahr abgerufen werden, zuzüglich 300 Euro pro Kind. Zudem gilt für ein Standarddepot, das immer mit angeboten werden muss, ein Kostendeckel von 1 Prozent.

Bestehende Riester-Verträge können wie gehabt weiterlaufen oder in ein Altersvorsorgedepot überführt werden. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt von mehreren individuellen Faktoren ab und sollte daher in jedem Einzelfall mit entsprechender Expertise geprüft werden.


Wohngebäudeversicherungen: ein Fünftel top, ein Zehntel Flop

Feuer, Leitungswasser, Stürme und Hagel können Wohngebäude schwer beschädigen oder sogar zerstören, weshalb eine Versicherung gegen diese Risiken für Eigenheimbesitzer hierzulande guter Standard ist – bestenfalls mit einer Deckung für Elementargefahren wie etwa Starkregen und Überschwemmung.

Dass man beim Abschluss nicht nur auf den Preis achten sollte, unterstreicht ein Wohngebäudeversicherungs-Rating des renommierten Analysehauses Franke und Bornberg. 373 Tarife von 84 Anbietern nahmen die Experten unter die Lupe. Während 76 Angebote mit einem Erfüllungsgrad von mindestens 85 Prozent bei den Detailkriterien die Spitzennote FFF+
erhielten, wurden 38 mit einer der beiden schlechtesten Bewertungen abgestraft. „Jeder zehnte Tarif fällt mit der Note mangelhaft oder ungenügend durch“, schreiben die Analysten. Für die Kunden solcher Tarife kann das auf existenzbedrohende Schutzlücken hinauslaufen. Ohnehin empfiehlt sich sachkundige Beratung vor dem Abschluss einer so wichtigen Police, um sicherzugehen, dass ihre Konditionen zu den individuellen (baulichen) Gegebenheiten passen.


Ombudsstelle für Investmentfonds ächzt unter (KI-gestütztem?) Beschwerdeanstieg

Die Ombudsstelle für Investmentfonds steht Anlegern als behördlich anerkannte Verbraucherschlichtungsstelle offen, wenn es zu Streitigkeiten über Fondsprodukte oder Finanzdienstleistungen nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) kommt. Für den Betrieb sorgt der Fondsverband BVI.

Der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht der Ombudsstelle für 2025 vermeldet zwar zunächst eine positive Tendenz: Lediglich 138 Eingaben wurden im vergangenen Jahr verzeichnet, ein Rückgang um 33 Prozent. Doch zugleich musste Ombudsmann Wolfgang Arenhövel, ehemaliger Präsident des Hanseatischen Oberlandesgerichts Bremen, kräftig Wasser in den Wein gießen: Im ersten Halbjahr 2026 gingen bereits 99 Beschwerden ein, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Anteil an diesem Anstieg dürfte KI-Unterstützung haben, mutmaßt die
Ombudsstelle, da die KI Verbraucher über Beschwerdeoptionen informieren und direkt die Anträge und Schriftsätze dazu verfassen kann.

„Wie Verbraucherschlichtungsstellen mit dieser Entwicklung in der Praxis umgehen können, sollte besprochen werden“, regt Arenhövel an. Schließlich seien die Kapazitäten nicht unbegrenzt. „Möglicherweise muss über Vereinfachungen im Schlichtungsverfahren, bürokratische Erleichterungen oder den stärkeren Einsatz von KI nachgedacht werden.“